Sonntag, 5. Mai 2013

Was ist das? Brauch ich nicht! - oder: Framilastic/Framilon

Das waren meine Standardantworten, wenn ich in Anleitungen der Ottobre den Hinweis zur Verwendung von Framilon fand. Wozu? Hält doch auch so.

Tja, und nun wünschte sich eines meiner Hühner ein Kleid voller Rüschen. Nachdem ich eine wunderschöne Feliz mit ganz vielen Rüschen nähte, hatte sich mein Willen, das ganze nochmal und in größer und in "mehr" zu nähen doch stark zurückgehalten.

Aber ... moment mal. Bei der vorletzen Hausmesse von Swafing war auf dem Stand von Freudenberg doch was gezeigt worden... wo ist meine Probe? Die hat doch... das ging ganz fix... ah! Da ist es!

Das Framilon bzw. Framilastic ist ein durchsichtiges "Memory-Gummiband". Ich fand meine Probepackung, wollte es testen... fand aber nirgends Texte und Bilder oder gar ein Video, WIE die Näherin dieses Wunderwerk verwendet.

Nach einigem rumprobieren hab ich beschlossen: ich mach mal ein paar Bilder für euch und versuch mich an einem aussagekräftigen Text.

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Grundlegend möchte ich anmerken: Wenn ich Rüschen annähe oder eine Schulternaht verstärke (dann natürlich ungedehnt), näh ich das Framilastic auf die RECHTE Seite auf die Nahzugabe.
Es gibt Anwendungsfelder, wo es auch ganz okay ist, das Band auf die linke Seite zu nähen. Zum Beispiel wenn man einen Ärmel, der zu lang ist, einfach ein bisschen "anheben" will, so dass er wie hochgeschoben aussieht (Bettina hat das bei ihrem Pulli gemacht).

1. Zunächst braucht ihr eure Stoffstücke und Framilastic. Bei meinem Beispiel soll das gepunktete Teil auf die Länge des karierten gekräuselt werden.
Nun nehmt ihr das Framilastic und schneidet ein Stück ab, das so lang ist, wie das - hier karierte - Stück  Stoff.
Genauso könnt ihr es halten, wenn in der Anleitung steht: "Auf xy cm einhalten." Manchmal ist ja zu lesen: "Zwischen den beiden Markierungen auf 4 cm einkräuseln" - somit schneidet ihr 4 cm Framilastic ab und ...



2. ... stellt eure Nähmaschine auf einen langen Stich ein. (Okay, auf meinemBild ist die Stichlänge im mittleren Bereich. Meist näh ich Framilastic mit einer Länge von 5 an.) Supertoll ist, wenn eure Maschine eine Funktion "Auf der Stelle vernähen" hat. Denn Rückwärtsnähen geht mit Framilastic nicht so toll - oder du benutzt einen Teflonfuß. Vernähen ist nicht zwingend notwendig, wenn du am Anfang sowohl den Unter- als auch Oberfaden sehr lang stehen lässt und beim "annähen" in der Hand hälst.




3. Der Anfang ist ein bisschen friemelig. Ich lege das Framilastic auf den Stoff genau an die Kante und schiebe das ganze unter den Nähfuß, senke die Nadel ab und erst dann senke ich den Nähfuß und beginne mit...

(Manchem hilft es auch, das Gummiband etwas länger zuzuschneiden als notwendig, um es am Anfang der Naht hinter dem Nähfuß noch festhalten zu können.)




4. Achtung! Jetzt gehts richtig los!


Wenn die ersten Stiche auf dem (ungedehnten) Framilastic auf der Nahtzugabe gemacht worden sind, zieht ihr das Band lang... und haltet dabei den Stoff "darunter" - ich finde irgendwie keine passenden Worte und hoffe, das das Bild aussagekräftig genug ist.


5. Die größte Schwierigkeit beim Nähen mit Framilastic ist: Das Band auf Spannung zu halten, das ganze auch nur auf der Nahzugabe anzunähen und auch nicht "ins leere zu nähen". Daher der Tipp: testet den Umgang mit dem Material an Resten. Mal mit Baumwolle, mal mit Jersey (den ihr ja beim annähen nicht dehnen sollt - das klappt mit der OVI übrigens auch super).





6. Nun seid ihr am Ende angekommen, wer kann, vernäht auf der Stelle. Die anderen lassen auch hier am Ende einiges an Faden stehen.



7. Jetzt ist das Nähen "mit" Framilastic schon erledigt. Da das hier ja eine Rüsche wurde, muss jetzt das eingehaltene Stoffstück noch an das Oberteil genäht werden.
Dazu stecke ich das ganze wie gewohnt zusammen, lege das "Gebilde" so unter die Nadel, das die gerüschte Seite unten liegt und nähe alle Teile zusammen.



8. Hier seht ihr die Seitenteile des Kleides: alles gerüscht, alles zusammengepuzzelt ;)


Das Schrägband hab ich übrigens mit einem anderen neuen Spielzeug angenäht - einem Schrägbandfuß :) Dazu dann wann anders mehr.

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Ich hoffe, ihr könnt mit diesem kleinen Tutorial etwas anfangen. Natürlich freuen wir uns - wie immer - sehr über Kommentare und Anregungen zu unseren Beiträgen.
Gerade was die Verständlichkeit angeht - ihr wisst ja, das was man selber im Schlaf kann lässt sich am schwersten für Neulinge erklären - so viele Schritte sind selbstverständlich, das wir sie in der Beschreibung gerne vergessen.


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Und da wir beide so begeistert sind von diesem Zauberband, findet ihr es auch bei uns im Shop!




Kommentare:

  1. Oh wie super! Ich habe meine letzten OttobreShirts und Kleider auch immer einfach ohne, einfachso und irgendwie gekräuselt und das Band als schnickschnack abgetan. Allerdings wurden meine Ergebnisse nie so gleichmäßig wie es gewollt war. Bei Kindersachen ging es besser als für Große.
    Hatte auch noch nirgens ein mit Framilon genähtes Stück gesehen, ausser in einem gekauften Shirt von mir, da war so etwas in der Naht.
    Schön es hier mal zu sehen, und auch deine Anleitung ist toll!
    Und ebenso toll ist es zu wissen wo man es denn herbekommt! ;)

    Schöne Grüße und einen erfolgreichen Wochenstart
    Anke

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  2. Hallo Anke,

    danke für dein Feedback ;) Ja, manchmal ist es einfach nur "oops, geht ja doch besser" - versuchs einfach mal.

    Grüße
    Minerva

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  3. Huhu,
    danke für das Tutorial. Ich hab aber noch ein Problem: bei mir "klappt" das Framilon dann immer mittig zusammen - ist das schlimm und läst sich das vermeiden?
    Und beim langziehen des Framilons ziehe ich ja im Prinzip gegen den Transporteur der Nähmaschine und wenn ich nicht aufpasse, näht sie auf der Stelle....
    Lieben Gruß,
    Sonja

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  4. Vielen Dank für die tolle Anleitung. Habe mich schon immer gefragt, wie das funktioniert. Jetzt probier ich es gleich mal aus.

    lieben Gruß carmen

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  5. Hallo,
    super Anleitung. Ich mich am Anfang immer schwer getan. Jetzt habe ich ein Stück überstehen lassen ... und voilá, es funktioniert perfekt. Vielen Danke für den Tipp
    Lieben Gruß
    Nadine

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